Der Kurier-Modus — Offline rechnen, online nur Buchstabensalat
Neu in Alberich: Der Kurier trennt Rechnen und Transport. Klartext entsteht nur auf dem Offline-Gerät — das Alltags-Handy sieht nur den QR und den Buchstabensalat.
Du willst Nachrichten verschlüsseln, ohne daß dein normales Handy den Klartext jemals sieht? Genau dafür gibt es jetzt den Kurier-Modus.
Der Kurier trennt zwei Rollen, die sonst auf demselben Gerät sitzen: Rechnen und Transport. Ver- und Entschlüsseln bleiben auf einem Gerät, das dauerhaft offline bleibt. Das alltägliche Online-Handy bewegt nur noch den fertigen Geheimtext — per QR und Buchstaben in den Messenger.
Das Prinzip ist bewußt analog gedacht: eine Luftlücke. Keine Datenverbindung zwischen den Geräten, nur optischer Transfer.
So läuft es
Du nimmst ein zweites Gerät (altes Handy, Tablet oder Laptop), das nicht online geht. Flugmodus, ohne SIM, ohne WLAN, ohne Bluetooth.
Darauf läuft Alberich — Kurier aus. Du tippst den Text dort ein und verschlüsselst ihn im Modern-Modus mit dem Tagesschlüssel aus der Tafel. Danach zeigst du den Geheimtext als einen QR (ALBERICH-CTQR1).
Dein Alltags-Handy — Kurier an — scannt diesen Code und kopiert die Buchstaben in die Zwischenablage. Von dort schickst du sie ganz normal über WhatsApp, Signal, Mail oder was auch immer.
Der Empfänger macht es umgekehrt: Geheimtext aus dem Messenger → QR erzeugen → mit dem Offline-Gerät scannen und entschlüsseln.
| Gerät | Schalter | Aufgabe |
|---|---|---|
| Offline | Kurier aus | Tafel, Klartext, Ver- und Entschlüsseln |
| Online | Kurier an | nur QR und Buchstaben — keine Tafel, kein Klartext |
Senden: offline verschlüsseln, QR zeigen, online scannen, Buchstaben in den Messenger. Empfangen: online Buchstaben einfügen oder als QR zeigen, offline scannen, entschlüsseln.
Warum das wichtig ist
Debatten um Client-Side-Scanning („Chatkontrolle 2.0“) betreffen das Kommunikationsgerät — Messenger, Tastatur, oft auch die Fotogalerie. Liegen Klartext und Tagesschlüssel nie auf diesem Handy, liefert ein solcher Scan nur Buchstabensalat.
Der Kurier ändert nicht die Chiffre. Er ändert, wo gerechnet wird.
Was der Kurier nicht tut
- Ein Kurier-QR faßt höchstens 955 Geheimtext-Buchstaben (ein scannbarer Code). Ab etwa 80 Prozent warnt Alberich: noch ein scannbarer Code — lieber nicht weiter wachsen lassen. Ohne Kurier-Verfahren kannst du die Meldung ignorieren.
- Darüber hinaus: kürzen oder in zwei Sendungen teilen.
- Tafel-QR (
ALBERICH-CBQR1) und Kurier-QR sind getrennt. Der Kurier importiert keine Schlüssel. - Standard nach dem ersten Start: Kurier aus. Einschalten fragt nach.
Modern bleibt Modern
Alberich vereint eine historische Enigma-M4-Simulation mit dem modernen Verfahren Modern V3. Im Modern-Modus — dem Betriebspfad für den Kurier — gilt:
- die Verschlüsselung ist nicht mehr selbstinvers (freie Endwalze statt Umkehrwalze)
- Lückenfüller-Kerben stehen auf der Tafel (Anzahlen aus {5, 7, 9})
- Alltagstexte mit Leerzeichen, Satzzeichen und Zahlen gehen direkt (Base-26)
- der Spruchschlüssel entsteht automatisch; der Spruch beginnt mit ALBV und endet mit der Prüfgruppe
Du pflegst nur den Tagesschlüssel auf dem Offline-Gerät. Die Tafel erzeugst du dort (Kurier aus) und teilst sie getrennt vom Alltagschat.
Wo der Kurier sitzt
- Android-App und Web-App — voller Schalter, QR zeigen und scannen
- Browser- und Thunderbird-Companions — dasselbe Modell: das Online-Fenster als Brücke, Rechnen bleibt offline
Wir werden den Kurier Schritt für Schritt erweitern und härten — und vereinfachen, wo es geht. Mehr Schutz, mehr Komfort, mehr Widerstandsfähigkeit. Immer mit dem gleichen Ziel: Der Klartext gehört nur dir.
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